Planung der Momente der Ewigkeit
Die schönsten Momente Ihrer Hochzeit erleben sie dank Fotos und Videos immer wieder. Wir sagen, warum es sich auch in der Zeit von «Instagram» und «Vine» lohnt, einen Profi zu engagieren.
Redaktion SANDRA ARDIZZONE

Fotografen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Unter ihnen den Foto-Künstler zu finden, der Ihnen zusagt, kann schwierig sein. Dennoch lohnt es sich, sich genügend Zeit für die Auswahl des richtigen Fotografen zu nehmen. Denn ausser Ihrem Partner und den Ringen sind es vor allem die Bilder, die Ihnen in Zukunft Freude bereiten sollen. Fotografien sind wunderschöne Erinnerungen. Damit sie auch Jahre nach dem Fest noch Emotionen hervorrufen, ist es wichtig, dass Sie sich am Tag der Hochzeit wohlfühlen. Ausser den Porträtbildern sollten keine Fotos gestellt sein. Im Gegenteil: Der Hochzeitsfotograf ist stiller Beobachter und Begleiter. Im besten Fall weiss er Emotionen einzufangen und im richtigen Moment abzudrücken, ohne dass es Ihnen auffällt. Solche Momentaufnahmen erfreuen immer wieder und lassen Sie in Erinnerungen schwelgen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie einen professionellen Fotografen für Ihr Fest engagieren. Jeder Moment der Hochzeitsfeier ist einmalig und lässt sich nicht wiederholen. Profis bringen Erfahrung mit und sind für kritische Momente gewappnet. Lassen Sie sich bei der Auswahl Ihres Hochzeitsfotografen unbedingt Bilder vergangener Hochzeiten zeigen. Damit können Sie den Grad an Professionalität und Qualität einschätzen und beurteilen, ob Ihnen auch sein Stil zusagt.

FRECHE SCHNAPPSCHÜSSE
Wenn ein Profi Ihr Budget sprengt und Ihnen Bilder von hoher Qualität nicht vom ganzen Fest wichtig sind, gibt es noch die persönliche Variante: Buchen Sie einen professionellen Fotografen für die Trauung und die Porträts. Am Abend können Sie Einwegkameras auf den Tischen verteilen und Ihre Gäste zu Fotografen werden lassen. So entstehen garantiert persönliche, witzige und freche Snapshots aus allen möglichen Blickwinkeln. Sie werden erstaunt sein, welche Details Ihren Gästen auffallen! BEACHTEN SIE: Früh genug mit der Suche nach dem passen den Fotografen beginnen – begehrte Hochzeitsfotografen sind oft schon ein bis zwei Jahre im Voraus ausgebucht!

TIPP:
Viele Fotografen bieten auch ein unverbindliches Vor-Shooting an, zum Beispiel für die Einladungskarten. Dort lernen Sie die Arbeitsweise des Fotografen kennen und erhalten erst noch wunderschöne Bilder für Ihr Familienalbum.

VIDEOGRAFEN
Immer mehr kommt auch in der Schweiz der Trend auf, die eigene Hochzeit in bewegten Bildern festzuhalten. Anstatt einzelner Momente können so ganze Szenen des Festes nochmals erlebt werden. Videos übermitteln Emotionen besonders gut und spenden jahrelang Freude. WICHTIG IST, dass ein Videograf eine gute Mischung aus Close-ups (nahe Einstellungen) und Totalen (Gesamtbild) aufnimmt und Emotionen im richtigen Moment einfängt. Dabei ist es von Vorteil, wenn er mit zwei Kameras arbeitet. Eine bewegliche, die er mit sich trägt, und eine fixe, die zum Beispiel die Zeremonie von einem bestimmten Standpunkt aus aufzeichnet und deren Aufnahmen für Schnittbilder genutzt werden. Beim Videografen gelten dieselben Regeln wie beim Fotografen(siehe auch Checkliste Seite 98).Vor allem soll Ihnen sein Stil gefallen, und er soll Ihnen und Ihrem Partner sympathisch sein. Obwohl Foto- wie auch Videografen während der Feier im Hintergrund bleiben, merkt man das den Videos an. Lassen Sie sich auch hier Beispielvideos zeigen, bevor Sie sich entscheiden!

«Hochzeitsfilme sollen natürlich wirken.»
FRANCESCO CORSINI

FRANCESCO CORSINI ist seit 17 Jahren in der Film- und Videobranche aktiv und arbeitet seit fünf Jahren als Hochzeitsfilmer. Er hat sich in den USA bei Grössen der Branche ausbilden lassen.
www.corsini.ch

Herr Corsini, welche Brautpaare sollen einen Cinematografen engagieren?
Eigentlich jedes Paar, das bereit ist, vor der Kamera zu stehen. Hochzeitsvideos haben noch ein etwas angestaubtes Image. Vergessen Sie die Amateur-Filme von der Hochzeit Ihrer Eltern! Heutzutage werden Hochzeitsfilme mit modernen Profi-Kameras aufgezeichnet, und sie haben einen professionellen Look.

Wie bereiten Sie sich auf Aufträge vor?
Ich treffe mich immer mit dem Brautpaar, um Wünsche und Ideen zu besprechen. Ausserdem erstelle ich vor jedem Fest ein Drehbuch, damit alle wichtigen Momente eingefangen werden und wir gezielt filmen können. Wir arbeiten immer zu zweit.

Sie tragen Kameras mit sich und filmen. Aber wie diskret arbeiten Sie?
Wenn man nicht mit dem Brautpaar interagiert, wird man als Fremdkörper wahrgenommen. Dennoch dränge ich mich nicht auf und bleibe meist im Hintergrund. Das Ziel ist, dass die Braut vergisst, dass man da ist, denn dann entstehen die schönsten Aufahmen. Ich gebe hin und wieder auch Anweisungen, mache aber nichts, das gegen die Natur des Paares geht. Es soll nicht gespielt, sondern natürlich wirken.

Wie lange dauert es, bis ich meinen Film erhalte?
Im besten Fall brauche ich drei Wochen, um eine Ganztagesreportage zu einem rund 15-minütigen Film zu schneiden. Ich arbeite nach dem Prinzip «First in, first out». Das heisst, dass es je nach Saisonauch bis zu drei Monaten dauern kann, bis Sie ihren Film erhalten. Warten kann aber auch etwas Schönes haben: Wenn die Erinnerungen langsam verblassen, kann man die emotionalsten Momente dank des Films nochmals erleben.

«Stil und Sympathie sind die Basis für natürliche Bilder.»
SABINE NACHBAUER

SABINE NACHBAUER ist Fotografin und begleitet seit rund zehn Jahren Paare an ihrem schönsten Tag. Seit 2009 konzentriert sie sich mit der eigenen Firma Erdbeerkunst voll und ganz auf die Hochzeitsfotografie.
www.erdbeerkunst.ch

Frau Nachbauer, worauf ist bei der Auswahl des Fotografen zu achten?
Wählen Sie einen Fotografen, der auf Hochzeiten spezialisiert ist, und werfen Sie dabei auch immer ein Auge auf seinen Blog: Dort sind die aktuellsten Bilder aufgeschaltet. Wenn einem dann der Stil des Fotografen gefällt, sollte man sich baldmöglichst persönlich kennenlernen. Denn es ist sehr wichtig, dass man sich sympathisch ist und sich gut versteht. Mir ist dieser persönliche Kontakt sehr wichtig.

Wie viel Budget soll man einplanen?
Wie bei allem anderen hängt auch der Kostenpunkt für den Fotografen vom Anspruch und den Vorstellungen des Brautpaares ab. Für einen guten Hochzeitsfotografen liegt der Rahmen je nach Umfang und Dauer des Einsatzes bei 3500 bis 6000 Franken.

Welche Optionen stehen mir offen, wenn dies mein Budget sprengt?
Engagieren Sie einen guten Fotografen nur für ein paar Stunden anstatt für das ganze Fest. Zum Beispiel für die Trauung, die Paarfotos und eventuell noch den Apéro. Achten Sie hierbei darauf, dass Ihnen der Stil des Fotografen gefällt und er dennoch in Ihr Budget passt. Dabei gilt es zu beachten: Viele Top-Fotografen bieten für Hochzeiten am Samstag nur Packages ab acht Stunden an. Fragen kostet nichts – informieren Sie sich!

Was geschieht, wenn Sie krank sind?
Ich habe Mario. Er ist mein Partner und ebenfalls Fotograf bei «Erdbeerkunst». Wenn ich einen Termin mit einem Brautpaar fixiere, hält er ihn sich auch frei. Sollte ich mir also einen Tag vorher das Bein brechen oder krank werden, kann er die Hochzeit mit der gleichen Qualität fotografieren. Das ist ein Service, der mir wichtig ist und für den kein Aufpreis anfällt. Dieses Thema sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Fotografen besprechen.

«Hochzeitsfotos bewahren die Magie.»
PHILIPPE WIGET

PHILIPPE WIGET hat im Alter von 20 Jahren seine erste Hochzeit fotografiert – und damit seine Berufung gefunden. Heute gehört er zu den Top-Hochzeitsfotografen der Schweiz und hat schon mehrere internationale Auszeichnungen erhalten.
www.hochzeitsfotograf-schweiz.ch

Herr Wiget, warum haben Sie sich für die Hochzeitsfotografie entschieden?
Hochzeiten zu fotografieren ist für mich die Kunst, wunderbare Momente und Gefühle in lebendigen, natürlichen und kunstvollen Fotos sichtbar zu machen und damit die Herzen der Betrachter zu erreichen. Ich liebe es, als Fotograf ins Geschehen einzutauchen und meinen
Brautpaaren Hochzeitsfotos geben zu können, die ihre Erinnerungen und die Magie des Tages bewahren und ihnen noch Jahre nach der Hochzeit das Herz höher schlagen lassen.

Was ist für Sie als Fotograf an einer Hochzeit besonders wichtig?
Ich bin als Fotograf für das Brautpaar da und nicht umgekehrt. Das heisst, der Tag sollte ganz nach den Vorlieben des Paares ablaufen können. Darum bespreche ich mit allen Paaren den Tagesablauf bei einem persönlichen Gespräch, um sicherzustellen, dass die Erwartungen erfüllt werden. Am Hochzeitstag selbst bin ich dann ein diskreter Begleiter, der die ganze Geschichte authentisch von den Vorbereitungen bis zur Feier hin erzählt.

Und was ist mit dem Paar-Shooting?
Meiner Ansicht nach ist das zweistündige Shooting vor oder nach der Trauung ein alter Zopf. Ich ziehe es vor, mit dem Paar während des Tages zwei, drei Mal für 15 Minuten, gut zum Tagesablauf und den Locations passend, schöne Paarfotos zu machen. So entstehen zum Beispiel auch wunderschöne Bilder in romantischer Abendstimmung.

Wann kann man mit den Fotos rechnen?
Die sorgfältige Bildbearbeitung ist ein wichtiger Bestandteil meines Stils. Darum dauert es in der Regel ein bis zwei Monate bis die Fotos fertig sind. Einige Bilder für die Dankeskarten stelle ich aber oft schon früher fertig.

Die Hochzeitsfotografie
Mit diesen Tipps und Checklisten geht bei der Planung der Hochzeitsfotografie nichts vergessen.

Vorgehen beim Suchen.

Setzen Sie sich ein Budget
Sparen lohnt sich in diesem Fall nicht, denn neben dem Partner und dem Ring sind es meist die Fotos, die Sie jahrelang nach dem Fest begleiten werden. Für professionelle Fotografen fallen rasch Kosten ab CHF 2500.—an, je nach Dauer des Einsatzes.

Fragen Sie im Freundeskreis.
Haben Ihnen die Bilder der Hochzeit eines bekannten Paares gefallen? Fragen Sie nach dem Kontakt zu seinem Fotografen. Oder haken Sie ganz einfach im Freundeskreis nach, ob jemand einen Hochzeitsfotografen empfehlen kann.

Informieren Sie sich
An den Hochzeitsmessen stellen auch Fotografen Ihre Arbeiten aus. Dort können Sie ein erstes Mal mit der Person hinter der Kamera ins Gespräch kommenund entscheiden, ob Ihnen Stil und Persönlichkeit zusagen. Alternativ können Sie auch im Internet nach Fotografen suchen und diese so kontaktieren.

Wissen, worauf Sie sich einlassen
Treffen Sie sich früh genug mit dem Fotografen und lassen Sie sich vergangene Arbeitenzeigen. Besprechen Sie, welche Leistungen im Preis enthalten sind (Fotoalbum, Recht am Bild, Lieferung von wie vielen bearbeiteten Daten usw.).

Fotosujets
Besprechen Sie vor dem Fest mit Ihrem Fotografen, welche Aufnahmen Ihnen besonders am Herz liegen. Optimalerweise stellen Sie ihm vorher Fotos der zu fotografierenden Personen zu. Diese Motive dürfen aber auf keinen Fall fehlen:
Ringtausch, Kuss, Unterschrift setzen, Auszug aus der Kirche, dem Festsaal, Pfarrer, Sänger , Organist, Gesamtaufnahme der Traulokalität, Gratulationen nach der Trauung, Gruppenfoto, Porträts des Brautpaares, Brautpaar mit Trauzeugen, Eltern etc. Momentaufnahme vom Fest. Torte anschneiden.

Darauf achten
›Klären Sie zuvor ab, ob Foto- und Videoaufnahmen erlaubt sind, wenn Sie in einer Kirche heiraten.
›Auch der Fotograf muss sich während des Festes
verpflegen und Pausen machen können. Planen Sie ihn deshalb in den Apéro und das Abendessen mit ein.
›Geben Sie dem Fotografen ein möglichst detailliertes Programm, damit er weiss, wann welcher Programmpunkt ansteht. Nicht zu eng planen, sonst entsteht wegen allfälliger Verzögerungen unnötiger Stress.
›Ernennen Sie eine Person, zum Beispiel den Trauzeugen, als Kontaktperson für den Fotografen am Hochzeitstag. So können Sie Ihr Fest unbeschwert geniessen.
›Besprechen Sie mit dem Foto- bzw. Videografen,
wann Sie mit den Bildern/dem Video rechnen können.
Nicht vergessen: Die Nachbearbeitung braucht genügend Zeit, schliesslich wollen Sie am Ende das bestmögliche Produkt erhalten. Ein Monat ist dabei ein guter Ansatz.


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