ArtikelBild
Die Sprache der Liebe
Die richtigen Worte gehen mitten ins Herz. Verfassen Sie ein Eheversprechen, das in Erinnerung bleibt.
Text DANIEL STRICKER

Bei einer Hochzeit muss vieles stimmen. Das Kleid sollte die Braut ins beste Licht rücken, die Location die Trauung umrahmen und das Buffet kulinarisch überraschen. Das Herzstück jeder Hochzeit ist aber das Eheversprechen, denn mit ihm beginnt die Ehe – und auf ihm gründet sie. Doch wie findet man die richtigen Worte?

Als Erstes sollte man sich überlegen, was die Beziehung vom Kennenlernen bis zum heutigen Tag so erfolgreich macht, dass man nun heiraten will. Ist es die bedingungslose Ehrlichkeit? Die Fähigkeit, dem Partner auch einen grossen Fehler zu verzeihen? Dass man unbequemen Gesprächen nicht aus dem Weg geht? Welche konkreten Eigenschaften haben die Beziehung bisher geprägt? Ist es der gemeinsame Humor oder die Freude über den Erfolg des anderen? Stand der Partner zu einem, als man selbst aufgrund von Stress oder Trauer unausstehlich war? Kennt man die Schwächen seines Liebsten, und ist man bereit, diese zu akzeptieren? Hat man eine hohe Anspruchshaltung in Bezug auf das Verhalten des Partners, oder will man sich bewusst Freiräume schenken? Wenn man weiss, welches Verhalten man sich von seinem Partner wünscht, kann man daraus jene Werte formulieren, die einem in der Ehe besonders wichtig sind. Was ist also für das Paar entscheidend? Treue? Loyalität? Humor? Toleranz? Fleiss? Aufopferung? Aufrichtigkeit?



Nehmen wir an, Christian und Julia ist die gegenseitige Treue besonders wichtig. In diesem Fall könnten sie sich Folgendes versprechen:

Willst du, Christian, für Julia ein Gehilfe, Gefährte und Verbündeter sein?
Willst du mit ihr nicht nur die grossen Abenteuer des Lebens bestehen, sondern auch die kleinen Dinge im Alltag mit ihr gemeinsam meistern?
Wirst du auch dann mit Julia reden, wenn schweigen einfacher wäre?
Versprichst du Julia deine ewige Liebe, willst du ihr treu sein, sie achten und ehren und den Rest deines Lebens mit ihr gemeinsam verbringen?
So antworte mit Ja.

Ein anderes Paar, Raphael und Salomé, möchte sich in der Ehe Freiraum lassen und versprechen sich:

Willst Du, Salomé, Raphael in guten Zeiten zum Lachen bringen, dich mit ihm über eure Erfolge freuen und stolz an seiner Seite stehen?
Willst du Raphael trösten, wenn er traurig ist und mit ihm kämpfen, wenn ihm Unrecht widerfährt?
Willst du Raphael den Freiraum lassen, damit er – und somit auch eure Ehe – gedeihen kann?
Willst du seine Stärken fördern und seine Schwächen akzeptieren und seinen Fehlern gegenüber nachsichtig sein?
Willst du Raphael gegenüber immer loyal sein, ihn lieben und auch weiterhin gemeinsam mit ihm durchs Leben gehen?
So antworte mit Ja.

Es lohnt sich, über das Eheversprechen nachzudenken.Ein Paar hat mir unmittelbar nach einer Zeremonie gesagt, dass sie an einem Abend lange am Küchentisch über das Eheversprechen diskutiert, ja fast gestritten hätten – sie stellten fest, dass ihre Erwartungen nicht identisch waren. Da ist es sicher besser, wenn man sich noch vor der Eheschliessung einig wird…

ANIEL STRICKER (44) ist freier Zeremoniar und leitet religionsneutrale Hochzeits- und Abschiedsfeiern.
www.zeremoniar.ch


B+L Verlags AG
Steinwiesenstrasse 3
CH-8952 Schlieren
Tel. 044 733 39 99
Fax 044 733 39 89
info@swisswedding.ch
www.swisswedding.ch